Offene Immobilienfonds erleben Boom

Unter den Anbietern offener Immobilienfonds (OIFs) herrscht aktuell beste Stimmung. Sachwerte sind
in der Niedrigzinsphase äußerst beliebt, und unter ihnen gelten Immobilien als besonders sicher.
Dementsprechend können die Manager die Gelder gar nicht so schnell anlegen, wie sie ihnen
zugetragen werden. Das führte im letzten Jahr bereits einige Male zu einem „soft close“, also zum
Stopp des Verkaufs neuer Fondsanteile. Allein von Januar bis April 2017 vertrauten Anleger den OIFs
satte 2,2 Milliarden Euro neu an. Die Fondsanbieter planen daher die Auflegung weiterer Produkte.

Der Geldregen birgt allerdings auch eine große Herausforderung: Renditestarke Objekte sind am Markt
mittlerweile Mangelware. Es wird daher immer anspruchsvoller, die Renditeerwartungen der
Investoren zu erfüllen, von denen fast jeder dritte mehr als 4 Prozent wünscht. Als Konsequenz daraus
fassen nun mehr und mehr Fondsemittenten auch risikoreichere Investments ins Auge. So gaben in
einer Umfrage zwei von fünf Anbietern an, zukünftig auch auf den Value-Add-Ansatz zu setzen. Bei
diesem wird aktiv auf eine Wertsteigerung der Immobilien hingearbeitet.